Häufige Fragen · Korrektur-Engine

Häufige Fragen zur KI-gestützten Klausurkorrektur

Sachliche Antworten für Prüfungs- und Weiterbildungsanbieter, die über eine maschinengestützte Zweitkorrektur nachdenken. Einschließlich der Punkte, die gegen einen schnellen Einsatz sprechen.

Wie funktioniert die Korrektur-Engine für Freitextklausuren?

Zu jeder Klausur wird einmalig ein Erwartungshorizont hinterlegt: Ihre Musterlösung und ein Punkteraster, das je Prüfungsstation einzeln prüfbare Teilleistungen benennt. Jede Bearbeitung wird anschließend gegen genau diesen Maßstab gelesen. Zurück kommt ein Korrekturvorschlag mit Kommentaren im Text, vergebenen und nicht vergebenen Punkten je Kriterium und den Fundstellen, auf die sich die Bewertung stützt.

Bekommt dieselbe Bearbeitung immer exakt dieselbe Punktzahl?

Nein, und das sollte Ihnen niemand versprechen. Sprachmodelle streuen. Wir halten die Streuung klein und weisen sie aus: In unserem Prüfstand liegt sie bei rund einem halben Punkt, die Abweichung zur Referenzbewertung ebenfalls bei etwa einem halben Punkt. Menschliche Korrektoren streuen bei derselben Arbeit erfahrungsgemäß deutlich stärker, weil jeder seinen eigenen Erwartungshorizont anlegt. Genau deshalb ist das Punkteraster der eigentliche Hebel und nicht das Modell.

Wer vergibt am Ende die Note?

Ihr Korrektor. Was wir liefern, ist ein begründeter Entwurf zur Abzeichnung, nie eine fertige Benotung. Die prüfungsrechtliche Verantwortung bleibt vollständig bei Ihnen, und das ist keine juristische Vorsichtsformel, sondern Teil des Aufbaus: Jeder vergebene und jeder verweigerte Punkt ist einem Kriterium zugeordnet und damit überprüf- und korrigierbar.

Wir haben Musterlösungen, aber kein Punkteraster. Geht das trotzdem?

Ja, das ist sogar der Regelfall. Die meisten Anbieter haben über Jahre Musterlösungen aufgebaut, überlassen die Punktevergabe aber dem einzelnen Korrektor. Wir leiten das Raster aus Ihrer Musterlösung ab, einschließlich der Frage, wo der Schwerpunkt der Klausur liegt. Ihre Musterlösung bleibt dabei unverändert. Das Ergebnis ist ein Entwurf, den Ihre Redaktion prüft und freigibt, bevor damit bewertet wird.

Worin unterscheidet sich das von einer Rechtschreib- oder Grammatikprüfung?

Rechtschreibwerkzeuge prüfen Sprache. Hier wird fachlicher Inhalt geprüft: ob ein Problem erkannt und benannt wurde, ob die einschlägige Norm herangezogen und vertretbar gelöst ist und ob am Sachverhalt subsumiert wurde statt abstrakt referiert. Bewertet wird gegen Ihren hinterlegten Maßstab, nicht gegen allgemeines Modellwissen.

Müssen wir Software einführen oder unsere Abläufe umstellen?

Nein. Die Bearbeitung kommt so zu uns, wie Ihre Teilnehmer sie Ihnen ohnehin schicken, und geht kommentiert an denselben Absender zurück. Kein Portal, kein Login, keine Schulung Ihrer Korrektoren. Wer heute mit Word und Änderungsverfolgung korrigiert, arbeitet danach genauso weiter, nur nicht mehr am leeren Blatt.

Was passiert mit den Klausuren unserer Teilnehmer?

Bearbeitungen sind personenbezogene Prüfungsleistungen. Vor der ersten echten Teilnehmerarbeit wird deshalb ein Auftragsverarbeitungsvertrag geschlossen, der Aufbewahrung, Löschung und die eingesetzten Unterauftragnehmer benennt. Ihre Musterlösungen und Ihr Punkteraster bleiben mandantengetrennt und werden nicht für andere Kunden verwendet. Für einen ersten Testlauf genügen anonymisierte Altklausuren, dann fallen gar keine personenbezogenen Daten an.

Ist der Einsatz mit dem AI Act vereinbar?

Die Engine ist bewusst als menschlich verantworteter Zweitkorrektur-Assistent aufgesetzt und nicht als autonomer Benoter, weil die automatisierte Bewertung von Prüfungsleistungen regulatorisch deutlich strenger zu behandeln wäre. Wir behaupten trotzdem nicht, „AI-Act-konform“ oder zertifiziert zu sein, denn das ist keine Eigenschaft, die ein Anbieter sich selbst ausstellen kann. Was wir liefern, sind die Unterlagen, die Sie für Ihre eigene Einordnung brauchen. Einen Überblick über die geltenden Pflichten finden Sie auf der AI-Act-Seite.

Was bedeutet das für die ZFU-Zulassung eines Fernlehrgangs?

Eine individuelle Korrektur mit Lernerfolgskontrolle kann einen Fernlehrgang zulassungspflichtig machen, unabhängig davon, ob sie von Menschen oder maschinengestützt erbracht wird. Das ist im Einzelfall zu prüfen und wir behaupten ausdrücklich nicht, dass der Einsatz FernUSG-unkritisch sei. Was dabei zu klären ist, steht auf der Seite zur ZFU-Zulassung bei KI-Korrektur.

Was kostet eine Korrektur?

Ein fester Preis je Korrektur, abhängig von Umfang und Rechtsgebiet, nach dem Erstgespräch verbindlich genannt. Das Hinterlegen des Maßstabs je Klausur fällt einmalig an, nicht bei jeder Bearbeitung.

Wie fangen wir an?

Mit fünf bis zehn Klausuren, die Sie bereits korrigiert haben, anonymisiert und mit Ihrer Musterlösung. Sie bekommen sie bewertet zurück und vergleichen mit den Punkten Ihrer eigenen Korrektoren. Kostenlos und unverbindlich. Schauen Sie dabei zuerst auf das Punkteraster, nicht auf die Note: Die entscheidende Frage ist, ob das die Gewichtung ist, die ein guter Korrektor bei Ihnen anlegen würde.

Wenn eine Frage offen blieb: Schicken Sie uns ein paar Altklausuren.