Worum es beim FernUSG geht
Das Fernunterrichtsschutzgesetz (FernUSG) regelt Fernlehrgänge. Vereinfacht liegt ein solcher Lehrgang vor, wenn Lehrende und Lernende überwiegend räumlich getrennt sind und der Lernerfolg überwacht wird, etwa durch eingereichte Aufgaben mit individueller Rückmeldung. Zulassungspflichtige Lehrgänge brauchen vor dem Vertrieb eine Zulassung durch die Staatliche Zentralstelle für Fernunterricht (ZFU).
Der entscheidende Hebel steht in § 7 FernUSG: Ein Vertrag über einen zulassungspflichtigen Lehrgang ist ohne die erforderliche Zulassung nichtig. Ein nichtiger Vertrag trägt keinen Vergütungsanspruch, und bereits vereinnahmte Beträge können zurückzuzahlen sein. Das ist kein formaler Nebenschauplatz, sondern betrifft die wirtschaftliche Grundlage des Angebots.
Warum das Thema gerade jetzt Aufmerksamkeit verdient
Die Rechtsprechung hat den Anwendungsbereich des FernUSG in den vergangenen Jahren wiederholt aufgegriffen und in Teilen weit ausgelegt, bis in Bereiche hinein, die früher als unkritisch galten. Angebote, die man vor einiger Zeit unbesorgt vertrieben hätte, können heute anders zu beurteilen sein. Für Anbieter heißt das nicht Panik, sondern Nachschauen: Ist mein Angebot ein Fernlehrgang im Sinne des Gesetzes, und liegt die nötige Zulassung vor?
Ändert eine KI-Korrektur die Einordnung?
Hier entsteht ein verbreitetes Missverständnis. Manche Anbieter hoffen, mit einer automatisierten Rückmeldung die Zulassungsfrage zu entschärfen, weil ja keine Person mehr einzeln korrigiere. Das ist gefährlich gedacht. Gerade die Überwachung des Lernerfolgs ist eines der Merkmale, die einen Fernlehrgang kennzeichnen. Eine KI-gestützte Einzelrückmeldung ist eine Lernerfolgskontrolle. Sie rückt ein Angebot damit eher näher an die Zulassungspflicht heran, nicht weiter davon weg.
Wir sagen das bewusst deutlich, weil das Gegenteil bequem klingt: Automatisches Feedback ist kein Ausweg aus dem FernUSG. Ob im konkreten Fall Zulassungspflicht besteht, bleibt eine juristische Einzelfallfrage.
Der wirtschaftliche Kern: Freitext-Korrektur ist der teure Engpass
Unabhängig von der Zulassungsfrage steht jeder Anbieter mit Freitext-Prüfungen vor demselben Problem: Gutachten, Klausuren und Fallbearbeitungen lassen sich nicht wie Multiple Choice auswerten. Sie brauchen einen fachlichen Erwartungshorizont, nachvollziehbare Begründungen und eine konsistente Anwendung über viele Einreichungen. Menschliche Korrektur leistet das, skaliert aber schlecht und schwankt in Tempo und Maßstab.
Genau an dieser Stelle setzt eine Korrektur-Engine an, und nur an dieser Stelle. Sie prüft Freitexte gegen einen vereinbarten Fachkorpus und Bewertungsmaßstab, bereitet begründete Korrekturvorschläge vor und macht die zugrunde liegenden Quellen für die fachliche Nachprüfung sichtbar. Der Engpass Korrektur wird planbarer und günstiger, ohne dass der Maßstab aus der Hand gegeben wird.
Was eine verantwortete KI-Korrektur leistet, und was nicht
- Sie senkt Aufwand und Kosten wiederkehrender Freitext-Korrektur und vereinheitlicht den Maßstab.
- Sie liefert einen begründeten Vorschlag mit belegbarer Grundlage, keine unprüfbare Zahl.
- Sie ersetzt weder die fachliche Freigabe durch eine prüfende Person noch die Prüfungsordnung.
- Sie beantwortet keine Rechtsfrage und ersetzt keine Zulassung nach dem FernUSG.
Kurz: Klären Sie die Zulassungsfrage mit Ihrer Rechtsberatung, und trennen Sie sie von der Korrekturfrage. Für die Korrektur selbst gibt es einen sauberen, menschlich verantworteten Weg, der Kosten und Maßstab in den Griff bekommt.