Das Wichtigste in Kürze
- Gebühr: 150 % des Verkaufspreises, mindestens 1.050 €. Mit vorläufiger Zulassung 200 %.
- Dauer: Die ZFU rechnet mit rund drei Monaten Bearbeitungszeit.
- Unterlagen: Antrag plus 16 Anlagen, darunter Lernmaterial, Lehrgangsplanung, Vertrag und Korrekturanweisungen.
- Ohne Zulassung kein Vertrag: Verträge über zulassungspflichtige Lehrgänge ohne Zulassung sind nichtig (§ 7 FernUSG).
- Reform: Die Zulassungspflicht soll zum 01.07.2027 entfallen. Beschlossen ist das noch nicht.
Was die ZFU-Zulassung kostet
Die Gebühren richten sich nach der Allgemeinen Verwaltungsgebührenordnung NRW, Tarifstelle 13.2. Bemessungsgrundlage ist der Verkaufspreis des Lehrgangs, also der Preis, den Teilnehmende für den gesamten Lehrgang zahlen.
| Vorgang | Gebühr |
|---|---|
| Zulassung (13.2.1) | 150 % des Verkaufspreises, mindestens 1.050 € |
| Mit vorläufiger Zulassung (13.2.2) | 200 % des Verkaufspreises, mindestens 1.050 €. Gilt, wenn das Lernmaterial bei Antragstellung noch nicht fertig ist. |
| Teilfernlehrgang (13.2.4) | 25 % der Gebühr nach 13.2.1 |
| Cafeteria-Lehrgang (13.2.3) | 50 % der Gebühr nach 13.2.1. Gemeint ist der Einzelverkauf von Modulen eines zugelassenen Lehrgangs. |
| Wesentliche Änderung (13.2.5) | 50 % der Gebühr nach 13.2.1, mindestens 525 €. Betrifft die Änderung mehr als die Hälfte des Lehrgangs, fällt die Gebühr einer Neuzulassung an. |
| Übernahme (13.2.6) | 40 % der Gebühr nach 13.2.1 |
| Fortbestandsprüfung (13.2.7) | 30 % des Verkaufspreises |
| Hobby-Lehrgang (13.2.13) | 100 € für die Registrierung |
Zwei Beispiele: Ein Lehrgang für 1.200 € kostet in der Zulassung 1.800 €. Ein Lehrgang für 490 € kostet die Mindestgebühr von 1.050 €, weil 150 % nur 735 € wären. Ob die ZFU bei Ihnen vom Brutto- oder Nettopreis ausgeht, sollten Sie vorab klären. Verbindlich ist der Gebührenbescheid.
Wie lange die Zulassung dauert
Im Antragsformular bittet die ZFU darum, für den geplanten Vertriebsbeginn eine Bearbeitungszeit von drei Monaten einzurechnen. Planen Sie Puffer ein: Fehlende Anlagen oder Nachforderungen zu Lernmaterial, Lehrgangsplanung oder Vertrag verlängern das Verfahren.
Ist das Lernmaterial bei Antragstellung noch nicht fertig, behandelt die ZFU den Antrag als Antrag auf vorläufige Zulassung. Sie legen dann einen Zeitplan vor, bis wann die übrigen Materialien folgen. Das beschleunigt den Start, kostet aber 200 statt 150 % des Verkaufspreises.
Der Ablauf in fünf Schritten
- Prüfen, ob Zulassungspflicht besteht. Entscheidend sind räumliche Trennung und Überwachung des Lernerfolgs. Mehr dazu im Ratgeber FernUSG und KI-Korrektur.
- Antrag stellen. Das Formular „Zulassungsantrag“ steht auf zfu.de. Es fragt nach Lehrgang, Veranstalter, pädagogischer Verantwortung, Lehrkräften, Preis, Dauer und Lernerfolgskontrollen.
- Anlagen hochladen. Nach dem Antrag schickt die ZFU einen Upload-Link. Die Dateinamen sind vorgegeben.
- Prüfung durch die ZFU. Sie prüft Lernmaterial, Lehrgangsplanung, Vertrag und Informationsmaterial, gegebenenfalls mit Rückfragen.
- Bescheid und Gebühr. Erst nach der Zulassung darf der Lehrgang vertrieben werden.
Welche Unterlagen der Antrag verlangt
Das Formular (Stand 01/2024) listet diese Anlagen:
- Handels- oder Vereinsregisterauszug, gegebenenfalls Nachweis zum Qualitätsmanagement
- Angaben zur pädagogischen Leitung und Verantwortung
- Aufstellung der Dozentinnen, Moderatoren und Korrektoren
- Anweisungen für die Durchführung der Korrektur (Anlage III-4)
- Anmelde- und Vertragsvordrucke, Informationsmaterial und Werbung
- Muster für Teilnahmebescheinigung oder Zertifikat
- Lernanleitung, Aufstellung des Lernmaterials und Medien
- Bei Prüfungsvorbereitung: Rechtsverordnungen und Prüfungsregelungen
- Abgeschlossene Lehrgangsplanung
Nutzen Sie eine Lernplattform, verlangt die ZFU für die Dauer des Verfahrens einen Zugang.
Korrekturanweisungen: der unterschätzte Teil
Das Formular fragt ausdrücklich, ob die Lehrkräfte verbindliche Anweisungen für die Korrektur erhalten, und wenn nein, warum nicht. Außerdem will die ZFU wissen, ob der Lehrgang Selbstkontrollaufgaben, individuell ausgewertete Einsendeaufgaben oder sonstige Lernerfolgskontrollen enthält und wie viele Einsendetermine es gibt.
Gute Korrekturanweisungen bestehen aus einem Erwartungshorizont je Aufgabe, einem Bewertungsraster mit Punkten und Beispielen für typische Fehler. Sie machen die Korrektur zwischen verschiedenen Korrektoren vergleichbar. Und sie sind dieselbe Grundlage, die eine KI-gestützte Korrektur braucht: Wer seine Anweisungen für die ZFU sauber aufbaut, kann sie später für eine Korrektur-Engine weiterverwenden.
Lohnt sich die Zulassung vor der Abschaffung noch?
Das Bundesbildungsministerium will die Zulassungspflicht zum 01.07.2027 abschaffen. Bisher gibt es dazu nur einen Referentenentwurf, einen Kabinettsbeschluss gibt es noch nicht. Bis zum Inkrafttreten gilt das FernUSG voll.
Die Rechnung ist deshalb einfach: Wer bis Mitte 2027 Verträge schließt, setzt ohne Zulassung jeden dieser Verträge der Nichtigkeit aus. Teilnehmende können gezahlte Beträge zurückfordern. Bei einem Lehrgang für 1.200 € entspricht die Zulassungsgebühr von 1.800 € anderthalb Teilnahmen. Schon bei wenigen Verträgen ist das Risiko größer als die Gebühr.
Wer dagegen erst nach dem Stichtag starten will, kann abwarten, sollte den Gesetzgebungsprozess aber eng verfolgen. Der aktuelle Stand steht auf unserer Seite FernUSG-Abschaffung 2027.
Quellen
- ZFU: Verwaltungsgebühren nach der AVerwGebO NRW, Tarifstelle 13.2
- ZFU: Vordruck Zulassungsantrag (Stand 01/2024)
- Fernunterrichtsschutzgesetz, §§ 7 und 12
- BMBFSFJ: Gesetz zur Modernisierung und Entbürokratisierung des Fernunterrichts (Referentenentwurf)