PROVEHOR BLOG / FORWARD DEPLOYMENT

Forward Deployment oder intern entwickeln?

Eine externe Umsetzung kann fehlende Kapazität ergänzen. Internes Prozesswissen und eine zuständige Person bleiben trotzdem nötig. Die Entscheidung sollte auch berücksichtigen, wer die Lösung später ändern und betreiben kann.

Ein internes Team bespricht die Zusammenarbeit mit externer Unterstützung.
Illustration: Provehor · mit KI über Higgsfield erstellt.

Die tatsächlich fehlende Fähigkeit benennen

„Wir können das nicht selbst“ kann vieles bedeuten. Vielleicht fehlt Zeit für die Integration. Vielleicht ist die Fachregel noch unklar. Oder die Anwendung existiert bereits, wird aber nicht zuverlässig betrieben.

Notieren Sie die offene Arbeit möglichst konkret. Ein externer Auftrag ist leichter zu begrenzen, wenn bekannt ist, welche Schritte das eigene Team übernimmt und wo Unterstützung gebraucht wird.

Die interne Zeit vollständig betrachten

Bei einer Eigenentwicklung gehören Einarbeitung, Tests und spätere Wartung zum Aufwand. Bei externer Umsetzung entstehen ebenfalls interne Aufgaben: Beispiele bereitstellen, Zugänge klären und Ergebnisse fachlich bewerten.

Ein fiktives kleines Team kann die Fachregeln gut erklären, hat aber keine freie Entwicklungskapazität. In diesem Fall könnte ein gemeinsamer Umsetzungsabschnitt passen. Fehlt dagegen dauerhaft jede Person für den Betrieb, muss die Betreuung vorab gesondert gelöst werden.

Wissen während der Entwicklung übertragen

Eine gemeinsam bearbeitete Änderung zeigt dem internen Team mehr als eine Übergabe am letzten Tag. Lassen Sie sich erklären, wie eine Regel gepflegt und ein Fehler untersucht wird. Die Unterlagen sollten diese tatsächlichen Tätigkeiten abbilden.

Kleine prüfbare Abschnitte, wie sie DORA erläutert, erleichtern solche gemeinsamen Überprüfungen. Sie ersetzen jedoch keine benötigte Fachkompetenz für komplexe Änderungen.

Die spätere Abhängigkeit mitentscheiden

Welche Anpassungen kann das Unternehmen selbst vornehmen? Für welche wird weiterhin Unterstützung benötigt? Wo liegen Quelltext, Konfiguration und Betriebsunterlagen, soweit sie zum vereinbarten Lieferumfang gehören?

Auch bei interner Entwicklung kann Wissen an einer einzelnen Person hängen. Bei einem externen Anbieter ist deshalb nicht nur dessen Verfügbarkeit zu prüfen, sondern auch die Verständlichkeit und Übertragbarkeit der Lösung.

Eine gemischte Umsetzung ist möglich: Der Kunde verantwortet Fachregeln und Nutzung, der Anbieter einen abgegrenzten technischen Abschnitt. Halten Sie die Schnittstelle zwischen beiden fest. Nach dem ersten Abschnitt lässt sich anhand tatsächlicher Erfahrungen entscheiden, welche Arbeit künftig intern bleiben oder extern vergeben werden sollte.

Quellen und weiterführende Grundlagen

Über den Autor

Julian Süllner hat Provehor gegründet und führt das Unternehmen als Geschäftsführer. Er verantwortet Produktentwicklung, Kundenprojekte und die Ratgeber auf dieser Website.

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