PROVEHOR BLOG / FORWARD DEPLOYMENT

Den Scope eines KI-Projekts sinnvoll begrenzen

Ein brauchbarer Projektumfang beschreibt, welche Vorgänge unter welchen Bedingungen bis zu welchem Ergebnis bearbeitet werden. Eine Liste von Funktionen allein lässt diese Grenze häufig offen.

Ein abgegrenzter Vorgang führt durch festgelegte Schritte; zusätzliche Aufgaben liegen außerhalb.
Illustration: Provehor · mit KI über Higgsfield erstellt.

Den Ausschnitt fachlich beschreiben

„E-Mail-Integration“ kann das Lesen eines Postfachs, die Zuordnung einer Anfrage oder den automatischen Versand einer Antwort meinen. Für eine Beauftragung ist das zu ungenau.

Konkreter wäre: Anfragen bekannter Kunden mit einer gültigen Vorgangsnummer werden als interne Entwürfe vorbereitet. Ohne eindeutige Zuordnung entsteht ein Prüfhinweis. Der Versand bleibt außerhalb dieses Abschnitts.

Ein durchgehendes Ergebnis ermöglichen

Ein kleiner Abschnitt sollte trotzdem einen vollständigen nutzbaren Schritt liefern. Nur eine Eingabemaske zu bauen, während jede Verarbeitung offenbleibt, zeigt wenig über den späteren Ablauf.

DORA empfiehlt kleine und prüfbare Arbeitspakete. Für das beschriebene Beispiel wäre ein vom Eingang bis zum internen Entwurf durchgehender Vorgang ein möglicher Zuschnitt.

Ausnahmen als Verhalten definieren

Eine Ausnahme auszunehmen bedeutet nicht, sie zu ignorieren. Das System muss erkennen oder zumindest kontrolliert behandeln können, dass der Fall nicht zum unterstützten Umfang gehört.

Wenn ein Anhang unlesbar ist, kann die vorgesehene Reaktion eine manuelle Prüfung sein. Ein stilles Weiterarbeiten mit fehlenden Daten wäre dagegen ein anderes Verhalten und sollte nicht versehentlich entstehen.

Den Umfang gemeinsam gegen Beispiele halten

Nehmen Sie einige typische und schwierige Fälle. Ordnen Sie jeden als unterstützt, zur manuellen Prüfung vorgesehen oder ausdrücklich außerhalb des Ablaufs ein. Unklare Zuordnungen zeigen, wo die Beschreibung noch geschärft werden muss.

Diese Übung hilft auch bei Änderungswünschen. Ein neuer Vorgangstyp kann sinnvoll sein, gehört aber möglicherweise in einen späteren Abschnitt. Die Entscheidung sollte anhand seines zusätzlichen Nutzens und Aufwands getroffen werden.

Dokumentieren Sie schließlich, welche Schnittstellen und Mitwirkungen vorausgesetzt werden. Ein enger Scope kann nur dann verlässlich geplant werden, wenn seine Abhängigkeiten sichtbar sind. Der erste Abschnitt soll eine konkrete Entscheidung über die Fortsetzung ermöglichen, nicht bereits alle denkbaren Erweiterungen enthalten.

Quellen und weiterführende Grundlagen

Über den Autor

Julian Süllner hat Provehor gegründet und führt das Unternehmen als Geschäftsführer. Er verantwortet Produktentwicklung, Kundenprojekte und die Ratgeber auf dieser Website.

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