Das Wichtigste in Kürze
- Korrekturkosten = Anzahl × Minuten pro Arbeit ÷ 60 × Stundensatz, plus Nachkorrektur.
- Veröffentlichte Sätze gibt es fast nur aus Hochschulen und Prüfungsämtern. Die FernUniversität in Hagen zahlt 17 Euro pro Stunde, Hamburg 18 Euro je juristischer Aufsichtsarbeit. Beides sind Werkvertrags- oder Nebentätigkeitssätze.
- Für angestellte Korrektoren gilt mindestens der gesetzliche Mindestlohn: 13,90 Euro seit dem 01.01.2026, 14,60 Euro ab dem 01.01.2027.
- 350 Korrekturstunden sind bei 50 Monatsstunden sieben Monate Arbeit für eine Person.
Korrekturkosten berechnen
Alle Felder sind leer, bis Sie eigene Zahlen eintragen. Der Knopf setzt die Werte aus dem Merkblatt der FernUniversität Hagen als Beispiel ein.
So rechnet der Rechner
Die Erstkorrektur ergibt Anzahl mal Minuten geteilt durch 60, das sind die Stunden. Mal Stundensatz ergibt die Kosten. Für die Nachkorrektur nimmt der Rechner den eingetragenen Anteil der Arbeiten und die Minuten pro Nachkorrektur. Lassen Sie dieses Feld leer, rechnet er mit derselben Zeit wie bei der Erstkorrektur. Der Zuschlag kommt am Ende auf die Summe. Damit bilden Sie Koordination, Einarbeitung oder bei Angestellten die Arbeitgeberanteile ab, die je nach Vertrag sehr unterschiedlich ausfallen.
Ein Beispiel mit den Werten der FernUniversität: 500 Einsendungen zu je 40 Minuten sind 333,33 Stunden. Bei 17,00 Euro pro Stunde kostet das 5.666,67 Euro. Werden 10 Prozent der Arbeiten mit je 20 Minuten nachkorrigiert, kommen 16,67 Stunden und 283,33 Euro dazu. Zusammen sind das 350 Stunden und 5.950 Euro, rund 11,90 Euro je Arbeit. Die 500 Arbeiten und die Nachkorrektur sind angenommene Beispielwerte.
Belegte Vergütungssätze
Öffentlich zugängliche Honorare für Korrekturen sind selten. Die folgenden Sätze stammen aus amtlichen oder hochschuleigenen Dokumenten. Es sind Werkvertrags- oder Nebentätigkeitssätze, die nicht ohne Weiteres auf private Bildungsträger übertragbar sind.
| Quelle | Angesetzte Zeit | Vergütung |
|---|---|---|
| FernUniversität Hagen, Mathematik, Wintersemester 2026/27 (Merkblatt vom 12.05.2026) | 40 Minuten je korrigierter Einsendung | 17,00 € je Stunde |
| FernUniversität Hagen, Mathematik, Sommersemester 2026 (Merkblatt vom 18.11.2025) | In der Regel 30 oder 40 Minuten je Einsendeheft, je nach Modul | 17,00 € je Stunde |
| Hamburg, Prüfungsvergütungsverordnung erste juristische Staatsprüfung vom 12.04.2023, § 1 Nr. 1 | Keine Zeitvorgabe | 18 € je Aufsichtsarbeit für das Erstgutachten, 18 € für das Zweitgutachten |
| Mindestlohn (Fünfte Mindestlohnanpassungsverordnung) | Je Zeitstunde | 13,90 € ab 01.01.2026, 14,60 € ab 01.01.2027 |
| JVEG Anlage 1, gerichtliche Sachverständige | Je Stunde | zum Beispiel 114 € Rechnungswesen, 120 € Besteuerung, 136 € Informatik |
Die JVEG-Sätze gelten für Gutachten im Auftrag von Gerichten. Es sind die gesetzlichen Stundensätze für Fachleute dieser Gebiete vor Gericht. Für einen Lehrgang zur Steuerfachkraft oder zur IT-Fachkraft kann das ein Anhaltspunkt sein, wenn Sie Berufspraktiker als Korrektoren einsetzen.
Die FernUniversität schließt laut Merkblatt Werkverträge über höchstens 50 Monatsstunden ab. Bei 40 Minuten je Einsendung sind das 75 Einsendungen im Monat pro Person.
Was der Rechner nicht abbildet
- Einarbeitung neuer Korrektoren in Lehrmaterial, Musterlösung und Bewertungsraster
- Rückfragen, Abstimmung zwischen mehreren Korrigierenden und Widersprüche von Teilnehmenden
- Verwaltung: Verteilen, Erinnern, Abrechnen, Datenschutzverträge
- Die Wartezeit der Teilnehmenden bis zur Rückgabe
Wie sich die Wartezeit auf Weiterbuchungen auswirkt und woher sie kommt, beschreibt der Ratgeber Korrekturzeit verkürzen. Welche Wege es gibt, die Arbeit abzugeben, vergleicht Korrektur auslagern: Freie Korrektoren, Dienstleister oder KI?.
Die eigenen Minuten pro Arbeit messen
Lassen Sie Ihre Korrektoren für einen Einsendetermin die Zeit je Arbeit notieren, getrennt nach Aufgabentyp. Schon die FernUniversität setzt je nach Modul 30 oder 40 Minuten an. Ein Mittelwert über alle Aufgabentypen verdeckt, wo die Stunden anfallen.
Prüfen Sie im selben Zug, wie viele Arbeiten ein zweites Mal angesehen werden und warum. Liegt der Grund in unklaren Bewertungskriterien, setzen Sie beim Erwartungshorizont und beim Bewertungsraster an.
Was sich mit KI-Unterstützung an der Rechnung ändert
Bei einer KI-gestützten Korrektur mit menschlicher Freigabe bleiben die drei Größen dieselben, ihr Inhalt ändert sich. Die Minuten pro Arbeit sind dann die Zeit, die eine Person braucht, um einen begründeten Vorschlag zu prüfen und freizugeben. Dazu kommen einmalige Kosten für Einrichtung und Test am eigenen Maßstab und laufende Nutzungskosten. Wie lange die Prüfung eines Vorschlags dauert, hängt vom Aufgabentyp und von der Qualität des Erwartungshorizonts ab. Messen Sie es an eigenen, bereits bewerteten Arbeiten, bevor Sie es in eine Kalkulation übernehmen. Wie ein solcher Test abläuft, steht auf der Seite zur Korrektur-Engine.
Quellen
- FernUniversität in Hagen, Lehrgebiet Angewandte Mathematik: Merkblatt für die Aufgabenkorrektur im Werkvertrag, Wintersemester 2026/27 (12.05.2026) und Sommersemester 2026 (18.11.2025)
- Hamburg: Verordnung über die Vergütung von Prüfungstätigkeiten in der ersten juristischen Staatsprüfung vom 12.04.2023, § 1, Volltext bei lexaris
- Bundesregierung: Mindestlohn jetzt bei 13,90 Euro
- Justizvergütungs- und -entschädigungsgesetz: Anlage 1 zu § 9 Abs. 1