PROVEHOR BLOG / FORWARD DEPLOYMENT

Wie viel Individualisierung braucht ein KI-Prozess?

Individualisierung ist dort sinnvoll, wo sie eine tatsächliche betriebliche Anforderung abbildet. Gemeinsame Funktionen und abweichende Regeln sollten nachvollziehbar getrennt werden.

Gemeinsame Standardbausteine verbinden unterschiedliche betriebliche Anforderungen.
Illustration: Provehor · mit KI über Higgsfield erstellt.

Den fachlichen Unterschied zuerst erklären

Ein Team möchte eine besondere Ansicht. Dahinter kann eine notwendige Entscheidung im Ablauf stehen oder eine Gewohnheit aus dem bisherigen System. Beides verdient Aufmerksamkeit, begründet aber nicht automatisch dieselbe Umsetzung.

Fragen Sie, welche Arbeit mit der Anpassung möglich oder einfacher werden soll. Ein konkreter Beispielvorgang hilft, den Unterschied zu einer rein gestalterischen Vorliebe zu erkennen.

Eine Regel statt einer zweiten Anwendung

Fiktives Beispiel: Zwei Bereiche benötigen dieselbe Entwurfserstellung, aber unterschiedliche Pflichtunterlagen. Die Abweichung kann möglicherweise als verständliche Konfiguration abgebildet werden, während Verarbeitung und Prüfansicht gemeinsam bleiben.

Ob das sinnvoll ist, hängt von der tatsächlichen Unabhängigkeit der Regeln ab. Viele voneinander abhängige Sonderfälle können eine scheinbar einfache Konfiguration schwer verständlich machen.

Die Änderung an ihrer Wirkung prüfen

DORA erläutert kleine, überprüfbare Änderungen. Auch eine Individualisierung lässt sich zunächst an einem begrenzten Fall umsetzen und gegen den bisherigen Ablauf prüfen.

Wenn eine lokale Regel geändert wird, sollten andere Bereiche nicht unbeabsichtigt betroffen sein. Passende Testfälle müssen deshalb sowohl die Abweichung als auch den gemeinsamen Kern abdecken.

Pflegekosten sichtbar halten

Jede zusätzliche Variante braucht eine zuständige Person, eine verständliche Beschreibung und eine Prüfung bei relevanten Änderungen. Diese Arbeit gehört zur Entscheidung über den Nutzen einer Anpassung.

Ein großer Funktionsumfang ist nicht automatisch besser. Wenn seltene Ausnahmen ohnehin fachlich entschieden werden müssen, kann ein klarer manueller Weg angemessener sein als eine umfangreiche Sonderlogik.

Forward Deployment hilft, solche Entscheidungen am tatsächlichen Vorgang zu treffen. Der erste Abschnitt sollte deshalb nur die benötigten Unterschiede enthalten. Weitere Varianten können später anhand beobachteter Fälle ergänzt werden, ohne bereits zu Beginn jede mögliche Zukunftsanforderung einzubauen.

Quellen und weiterführende Grundlagen

Über den Autor

Julian Süllner hat Provehor gegründet und führt das Unternehmen als Geschäftsführer. Er verantwortet Produktentwicklung, Kundenprojekte und die Ratgeber auf dieser Website.

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