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Prozessbeobachtung vor KI-Umsetzung: Was wirklich passiert

Eine Prozessbeobachtung zeigt, welche Informationen und Entscheidungen bei der tatsächlichen Arbeit benötigt werden. Dabei sollten beobachtete Schritte und spätere Verbesserungsideen getrennt dokumentiert werden.

Eine Person beobachtet die Bearbeitung eines Vorgangs und hält Rückfragen fest.
Illustration: Provehor · mit KI über Higgsfield erstellt.

Eine normale Bearbeitung begleiten

Eine Mitarbeiterin bearbeitet einen Vorgang und erläutert bei Bedarf ihre Entscheidungen. Die beobachtende Person achtet auf Wechsel zwischen Anwendungen, Rückfragen und Informationen, die außerhalb des vorgesehenen Systems liegen.

Es geht um den Ablauf, nicht um die Bewertung der individuellen Arbeitsleistung. Zweck und Umgang mit den Beobachtungen sollten vorher verständlich geklärt werden.

Fragen stellen, ohne den Ablauf umzuschreiben

Das GOV.UK Service Manual unterscheidet unter anderem stille Beobachtung und gelegentliche Rückfragen. Beides hat Folgen: Schweigen erhält den natürlichen Ablauf, Fragen können dessen Gründe verständlicher machen.

Für einen kurzen betrieblichen Termin bietet es sich an, zunächst mitzuschreiben und unklare Schritte anschließend gezielt aufzugreifen. Die passende Form hängt davon ab, wie unterbrechbar die Tätigkeit ist.

Den Grund hinter einem Umweg verstehen

Fiktives Beispiel: Vor jeder Angebotsvorbereitung schaut die Bearbeiterin in eine zusätzliche Liste. Der erste Eindruck lautet, diese Liste müsse abgeschafft werden. Im Gespräch wird klar, dass sie kurzfristige Lieferbeschränkungen enthält, die im Hauptsystem noch fehlen.

Eine Automatisierung, die nur das Hauptsystem liest, würde diese Information verlieren. Aus dem Umweg entsteht deshalb eine konkrete Anforderung: Der aktuelle Lieferstatus muss an der entscheidenden Stelle verfügbar sein.

Beobachtung und Schlussfolgerung getrennt festhalten

„Die Liste wurde geöffnet“ ist eine Beobachtung. „Der Hauptbestand ist unvollständig“ ist eine zu prüfende Erklärung. „Wir brauchen eine neue Datenbank“ wäre bereits ein Lösungsvorschlag.

Halten Sie diese Ebenen auseinander und lassen Sie die fachlich zuständige Person die Interpretation bestätigen. Ein einzelner beobachteter Fall zeigt außerdem nicht automatisch, wie häufig ein Problem vorkommt.

Für den nächsten Umsetzungsabschnitt werden aus bestätigten Beobachtungen konkrete Prüfbedingungen. Beispielsweise muss eine Lieferbeschränkung im Entwurf sichtbar werden. Damit bleibt nachvollziehbar, welche betriebliche Erfahrung eine Funktion begründet und woran ihre Umsetzung später beurteilt wird.

Quellen und weiterführende Grundlagen

Über den Autor

Julian Süllner hat Provehor gegründet und führt das Unternehmen als Geschäftsführer. Er verantwortet Produktentwicklung, Kundenprojekte und die Ratgeber auf dieser Website.

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